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Zweckbetrieb Jugendhilfe, Pfadfinder

Jugendliche und junge Volljährige, die nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien leben können oder wollen, werden durch das Kollektiv auf ihrem Weg zur selbständigen Lebensgestaltung begleitet. Die jungen Menschen lernen, für sich selbst zu sorgen und Verantwortung für ihre Aufgaben innerhalb der Gemeinschaft und die sie umgebende Welt zu übernehmen. Daneben erhalten sie durch pädagogische / therapeutische Angebote die Möglichkeit, ihre eigene Vergangenheit neu zu erleben, damit diese positiv in Gegenwart und Zukunft wirken kann.

- Zielgruppe

Zielgruppe sind männliche und weibliche Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren.

- Leitgedanken

Leitgedanke des Jugendhilfeprojektes ist die Entwicklung einer ganzheitlichen Lebensperspektive für individuell beeinträchtigte und sozial benachteiligte junge Menschen. Die jungen Menschen sollen mit Werten für ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben im inneren Gleichgewicht sowie im Einklang mit der Natur vertraut gemacht werden. Diese Werte orientieren sich an der Meißner-Erklärung 2013 der deutschen Jugend- und Pfadfinderbewegung, welche anlässlich des 100. Jubiläums des freideutschen Jugendtages auf dem Hohen Meißner formuliert wurde:

Die zunehmende Verlagerung von Begegnung in den virtuellen Raum birgt die Gefahr von Unverbindlichkeit und innerer Vereinsamung. Dem stellen wir unsere selbstgewählte Verbindlichkeit und unser Bekenntnis zu Gruppe und Bund entgegen, die tatsächliches Erleben, Naturerfahrung und die persönliche Entwicklung fördern.

Wir streben nach Erweiterung unserer persönlichen Grenzen. In Respekt vor unserem Nächsten lehnen wir jedoch jede Grenzüberschreitung ab, die seine Würde und Persönlichkeit verletzt.

Die unmittelbare Begegnung mit der Natur, ihrer Schönheit und ihren Herausforderungen erfüllt uns immer wieder mit Ehrfurcht. Die Bewahrung der Schöpfung ist daher Teil unseres verantwortungsbewussten Handelns. (Auszug)“

Die Jugendlichen / jungen Menschen werden als Pioniere der ersten Stunde am Aufbau des Generationslebens und der Gestaltung der Wohn- und Funktionsbereiche der Einrichtung beteiligt.

Von Beginn an leben die Jugendlichen / jungen Volljährigen in Gemeinschaft mit den Bewohnern des Generationslebens. Dadurch erfahren sie auf natürliche Weise das Eingebundensein in eine (Groß-)Familie und werden in die Lage versetzt, ihr Sozialverhalten zu stabilisieren, Bindungen aufzubauen und Konflikte konstruktiv zu lösen.

Neben ihrer externen schulischen bzw. beruflichen Qualifizierung erwerben sie unter fachkundiger Anleitung hauswirtschaftliche und handwerkliche Fertigkeiten, aber auch Kompetenzen in den Bereichen Verwaltung und Organisation, die geeignet sind, ihnen einen Weg in die Berufswelt aufzuzeigen und diesen zu vereinfachen. Nach dem Rotationsprinzip erhalten die jungen Menschen dabei Gelegenheit, alle Bereiche des entstehenden Generationslebens kennen zu lernen. Sie werden in wesentliche Prozesse der Stiftung eingebunden und können Schritt für Schritt Aufgaben übernehmen und eigenständig erledigen. Dabei werden sie von den Bewohnern des Generationslebens als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft in Entscheidungen einbezogen und bekommen so die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Für die Jugendlichen / jungen Volljährigen des Jugendhilfeprojektes besteht nach Beendigung der Jugendhilfemaßnahme die Wahlmöglichkeit, sich dem Generationsleben anzuschließen und ihre Lebensperspektive auf dem Fundament der von ihnen selbst mitgeprägten Gemeinschaft aufzubauen.

Mutter-Kind-Wohnprojekt

Das Mutter-Kind-Wohnprojekt ist ein spezielles Angebot für jugendliche und junge volljährige Mütter und ihre Kinder. Ziel ist es, für die junge Mutter Lebensbedingungen zu schaffen, in denen ihr Trauen in die eigenen Fähigkeiten, die Annahme ihrer Mutterrolle für das Kind und ihre erzieherische und pflegerische Kompetenz reifen kann. Daneben erhält sie die Möglichkeit, ihre Haltung gegenüber dem Kindesvater und ihrer Herkunftsfamilien zu reflektieren. Sie erhält Unterstützung, Beziehungen so zu gestalten, dass diese sich für sie und das Kind entwicklungsfördernd auswirken.

Durch das Generationsleben kann die junge Mutter das Leben so lernen und erfahren wie in einer Großfamilie. Sie bekommt auf selbstverständliche und natürliche Weise die Möglichkeit, das Potenzial der reiferen Menschen für sich nutzbar zu machen.

Pfadfinder

Das Zentrum Generationsleben fühlt sich in besonderem Maße der freideutschen Jugendbewegung verbunden, deren Werte in der sogenannten Meißnerformel beim Ersten Freideutschen Jugendtag am 11. / 12. Oktober 1913 auf dem Hohen Meißner zusammengefasst wurden:

Die Freideutsche Jugend will aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ihr Leben gestalten. Für diese innere Freiheit tritt sie unter allen Umständen geschlossen ein.

An anderer Stelle wird Jugendbewegung charakterisiert als 

  • menschliche Grundhaltung, in der sich
  • Liebe zur Natur und Naturverbundenheit,
  • Offenheit in der eigenen Lebensanschauung,
  • Offenheit dem Mitmenschen gegenüber und
  • der starke Wunsch nach Echtheit und Wahrheit
  • mit einem elementaren Gefühl für die Einheit und Ganzheit des lebendigen Menschen verbinden (Wilhelm Stählin).

Diese Werte sollen durch Aufbau einer Pfadfindergemeinschaft wiederbelebt und weitergeführt werden. Das Zentrum Generationsleben stellt hierfür Räumlichkeiten sowie weitere Ressourcen zur Verfügung. Die Vernetzung mit den übrigen Aktivitäten des Generationslebens steht dabei im Vordergrund.